Die Karpaten

Die erdgeschichtlich verhältnismäßig jungen Karpaten (Tertiär) sind ein Teil und Fortsatz der Faltenzone der Ostalpenkette. Zweitausender prägen die Karpatenwelt, sie liegen unter der Grenze des ewigen Schnees. Höchster Gipfel ist der Moldoveanu mit 2543 Metern. Wie ein doppeltes Amphitheater umfassen die beiden äußeren Karpatenbögen die transsilvanische Hochebene, die auch unter dem Namen Hochland von Siebenbürgen bekannt ist.
Die Karpaten bestehen aus drei großen Teilen: Den Westkarpaten (Munţi Apuseni), den Südkarpaten (Carpaţii meridionali) und den Ostkarpaten (Carpaţii Orientali).
Die Westkarpaten, auch Westsieben-bürgisches Gebirge oder Siebenbürger Erzgebirge genannt, erstrecken sich von dem Fluss Someş [Somesch] im Norden bis zur Donau im Süden. Sie sind niedriger als die übrigen Karpaten und bilden keine kontinuierliche Kette, sondern gleichen vielmehr einer Anordnung von Massiven auf einer Nord-Süd-Achse. Zwischen den Massiven gibt es eine Reihe von Pforten, die für die Verteidigung Zentraleuropas oft von Bedeutung waren: Bei Caransebeş die Eiserne Pforte Siebenbürgens an der Bistra, die Porta Orientalis, die Orientalische Pforte (Poarta Orientală) zwischen Timiş und Cerna und das berühmte Eiserne Tor (Poarta de Fier) an der Donau bei Turnu Severin. In den Munţi Apuseni «westliche Berge» nördlich des Mureş und in den gleichnamigen Bergen des Banats kommen interessante Karstphänomene und Grottenbildungen vor, etwa die Eishöhle von Scărişoara), die «Höhlenburg» Cetăţtiile Ponorului und die Grotten von Meziad.


Bran: Die Törzburg


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Die Ostkarpaten erstrecken sich von der Nordgrenze Rumäniens bis zum Prahovatal vor den Toren des Erdölgebiets von Ploieşti. Sie sind etwas höher als die Westkette, überschreiten jedoch nur selten die 2000 Meter-Grenze. Ihre höchste Erhebung ist der Pietroşul mit 2303 Metern in den Munţii Rodnei. Das Gebirge zeichnet sich wegen seines besonders harten kristallinen Gesteins durch tiefe Schluchten und bizarre Flusseinschnitte (chei) aus. Die Cheile Bicazului und die Cheile Bistriţei bieten ein beeindruckendes Landschaftsbild.
Am westlichen Rand liegen die vulkanischen Regionen der Munţii Oasului und Harghita. Die gut erhaltenen, heute erloschenen Vulkankegel und der einzige Kratersee Rumäniens, der St.Annen-See (Lacul Sfântă Ana) stellen die größte vulkanische Gebirgskette Europas dar. In den Ostkarpaten findet man auch die mächtigsten Vertreter der Karpatenfauna, den Bären, das Wildschwein und den Karpatenhirsch.
Die Südkarpaten erstrecken sich von der durch Timiş und Cerna gebildeten Flussgrenze im Westen, am Eisernen Tor, bis zum Prahova-Tal. Sie bestehen hauptsächlich aus harten kristallinen Gesteinsmassen und vulkanischen Felsen. Dies gibt den Südkarpaten einen besonders bizarren Aspekt.
Im Făgăraş-Massiv [Fogarasch] liegen die höchsten Berge des Landes (Moldoveanu 2544m, Negoiu 2535m). Die hochgelegenen Erosionsplattformen der Südkarpaten dienten bereits in der Frühzeit der europäischen Geschichte Hirtenvölkern als Viehweide. Von der letzten Eiszeit zeugen großartige Gletscherseen. Die Gebirgspässe des sagenumwobenen Bran [Törzburg], von Novaci-Sugag und Vîlcan sowie die idyllischen Flusstäler des Olt [Alt] und des Jiu verbanden Siebenbürgen mit den südlichen Handelswegen.
Um den großen Karpatenbogen legt sich der bergige Rand der Subkarpaten, die sich vom Fluss Moldau im Norden bis zum Motru-Fluss im Südwesten hin erstrecken.
Seit dem Paläolithikum gibt es hier eine menschliche Besiedlung. Das besonders milde Klima in dieser Ackerbauregion begünstigt eine mediterrane Flora mit Esskastanien und Weinen von bestem Ruf.
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