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Keilschrift in Mesopotamien und Hieroglyphen in Ägypten Die im mesopotamischen Uruk (am Euphrat) und Djemdet Nasr gefundenen ältesten Schriftzeichen (3200 v. Chr.) auf Tontäfelchen sind offensichtlich Logogramme (Wortzeichen) und Ideogramme (Begriffszeichen), denen semantische (inhaltliche) Bedeutung zuzuordnen ist. Die Aussprache der etwa 1200 protosumerischen Zeichen bleibt rein hypothetisch. Erst die Weiterentwicklung dieser archaischen Zeichen zur sumerischen Keilschrift fügt allmählich eine lautliche Komponente hinzu.
Die obigen Zeichen für "Gott" und "Himmel" gehen 3100 v. Chr. offensichtlich ( a und b) von einem Piktogramm für "Stern" aus und finden sich in Uruk. Das systematisierte Zeichen (c) ist 300 Jahre jünger und stammt aus Djemdet Nasr. Die Zeichen (d) und (e) stammen aus Sumer (2.400 v. Chr.) und dokumentieren den Übergang von der piktographischen Linearschrift zur Keilschrift, deren Weiterentwicklung sich verfolgen läßt: (f) altakkadisch, 2200 v. Chr., (g) altassyrisch, 1900 v. Chr., (h) altbabylonisch, 1700 v. Chr., (i) neuassyrisch, 700 v. Chr., (k) neubabylonisch, 600 v. Chr. Im dritten Jahrtausend v. Chr. war die sumerische Schrift schon weitgehend über Silbenzeichen phonetisiert, kannte aber auch noch Ideogramme. Das Zeichen für Fuß etwa bedeutete ebenso Fuß wie das Verbum gehen.
Als berühmtestes Beispiel gilt der Felsentempel von Abu Simbel (links), dessen Front den Machtanspruch des Pharao Ramses II und seine göttlich legitimierte Rolle als Herrscher im nubischen Grenzgebiet verkündet. Ähnliche pharaonische Dominationsgesten findet man aber auch noch in der ptolemäischen Endphase der altägyptischen Kunst, etwa am Tempel von Edfu (rechts).
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Das Beispiel der Ramseskartusche
soll als Beispiel für die Schreibweise in Hieroglyphen dienen. Über
der Kartusche (links) findet man zunächst die Herrscherbezeichnung "König von Ober- und Unterägypten, Herr der beiden Länder, User-Maat-Ra Setep-en-ra, dem Leben gegeben sei".
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Über die Vermittlung der Phönizier (1300 v. Chr.) und
im Kontakt mit den Erfahrungen der mesopotamischen und ägyptischen
Schrifterfindungen entwickelten sich phonetische Silbenschriften,
Konsonantenschriften und schließlich
Buchstabenschriften
wie
man sie aus der griechischen, etruskischen und römischen Tradition kennt.
Dabei sind die synkretistischen Beeinflussungen der mesopotamischen und
altägyptischen Kulturkreise evident. Einige griechisch-römische Zeichen
lassen sich direkt auf die Tradition der antiken Piktogramme zurückführen.
So entwickelten die Phönizier aus dem Zeichen für die
Gottheit
Hathor den Kuhkopf
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