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Erläuterungen zu den Texten
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Dieser
neutestamentarische Text weist in seiner lateinischen Version zwar noch
wesentliche Strukturen des klassischen Lateins auf, ist jedoch schon etwas
näher an der damals gesprochenen Volkssprache. Er gehört zum christlichen
Latein, einem Lateinischen, das die Beschäftigung mit dem griechischen
Originaltext widerspiegelt, das aber auch zum Predigen benutzt wurde.
Erst in jüngster Zeit ordnet man das christliche Latein den Sondersprachen
zu. |
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In
den romanischen Textproben werden für das Wort alle ausschließlich aus dem
klassischlateinischen Wort totus abgeleitete Lexeme verwendet: toti, tóuti, tothom, todos,
tutti, tuts, tuot, tous, tu
. Dies ist eines von vielen lexikalischen Beispielen für die konvergente Entwicklung der romanischen Varietäten, wobei im lateinischen Originaltext an dieser Stelle omnes verwendet wird. Dies verdeutlicht, dass das Lateinische für die romanische Interkomprehension, nämlich das (gegenseitige) Verstehen der einzelnen Varietäten, nicht unbedingt die beste Ausgangsbasis ist. Die Kenntnis einer der modernen Sprachen führt hier schneller zum Erfolg als die des "Urahnen" Latein. |
Ein Beispiel
aus unseren Textproben für derartige lexikalische Divergenzen sind die
verschiedenen Ausdrücke, die die einzelnen romanischen Sprachen für die
lateinische Ablativkonstruktion diebus illis
("in jenen Tagen", "zu jener Zeit") entwickelt haben: Während das
lateinische dies (und das Derivat diurnus) noch
in 7 Sprachen "weiterverwendet" wird, werden in den anderen Sprachen aus
dem lateinischen tempus abgeleitete Formen wie tempu, temps,
tah verwendet. Das Rumänische kennt zwar beide Traditionen,
zi und timp, verwendet
aber hier das slawische Wort vreme
. Völlig verschwunden ist die morphosyntaktische Struktur des temporal verwendeten Ablativs. | ||
| Aus: Horst G. Klein & Christina Reissner, EuroComRom: Historische Grundlagen der romanischen Interkomprehension, Aachen (Shaker) 200, S. 23-26. | ||