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Saussures Unterscheidung zwischen langue und parole Langue
Die Langue [zunächst zu unterscheiden von langage als menschlicher Fähigkeit, zu sprechen, faculté de parler] ist ein fait social, genauer ein produit social, an dem alle Sprecher, sujets parlants, teilhaben. "C´est la partie sociale du langage, extérieure à l´individu, qui à lui seul ne peut ni la créer ni la modifier" (Cours, p.31). Die Langue ist ein dépôt, ein trésor déposé für alle gehörten und praktizierten sprachlichen Materialien und ihrer Sinnentsprechungen. Er schafft auf diese Weise die Vorstellung von einem kollektiven Modell, das in einem System von gegenseitigen Abhängigkeiten organsiert ist.
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Parole Die Parole hingegen ist die Umsetzung des sprachlichen Systems (langue), an dem alle Mitglieder einer sprachlichen Gemeinschaft teilhaben, in einem individuellen Willens- und Intelligenzakt. Der acte de parole unterscheidet den individuellen Akt von dem sozialen Produkt der langue. Für Saussure ist die parole immer ein sekundärer Akt, der der langue unterzuordnen ist. Dies hat Folgen für die Betrachtung der Aufgaben der Sprachwissenschaft. Primär ist für ihn nicht mehr die Betrachtung der Sprachgeschichte un die zeitgenössische Beschäftigung mit der Veränderung der Sprache, sondern die synchrone Beschreibung des Systems, der langue. Veränderungen der langue geschehen allmählich durch die Summe der individuellen Parole-Akte. Die individuelle Variation in der parole ist für ihn der processus générateur, der allmählich auch einen Veränderungsprozess in der langue zur Folge hat.
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Diachronie et synchronie Saussure unterscheidet zwischen der synchronen Sprachbetrachtung, die zum Ziel hat, das Funktionieren des Systems und seiner Strukturen (später: "Strukturalismus") als soziales Produkt einer sprachlichen Gemeinschaft zu beschreiben, und der diachronen, sprich historischen Beschreibung, die nicht anderes ist als die historisch geordneter Abfolge einer Vielzahl von synchronen Momentaufnahmen. Der Motor der individuellen Parole-Leistungen dynamisiert die langue und verändert dadurch das aktuelle System. Die Abfolge mehrerer synchroner Schnitte dokumentiert dann den sprachlichen Wandel, die Diachronie: "Tout ce qui est diachronique dans la langue ne l´est que par la parole. Toute novation linguistique est d´abord individuelle".
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